Freitag, 13. Februar 2015


Der Pferdevirus - die ersten Symptome

Viele kennen ihn, den Pferdevirus. Er tritt vermehrt bei kleinen Mädchen auf und ist schwer zu bekämpfen. Besonders nach der Pubertät nimmt er meist einen bösartigen Verlauf. 
Bei mir traten die ersten Symptome bereits im jüngsten Alter auf. Ansteckungsquellen gab es reichlich, hatten doch viele im Verwandten- und Bekanntenkreis mit Pferden zu tun. So kam es, dass auch ich mein Glück auf dem Pferderücken suchte und fand. 
Der eingeschlagene Weg führte mich im Laufe der Zeit über verschiedene Reitschulen zu einigen Reitbeteiligungen, die nur zu oft tränenreich und todtraurig endeten, bis zu einer Wiese im tiefsten Schwarzwald. Nun ja, zugegeben, es war eine Weide… bei einem Züchter… umgeben von Pferden.


Der Pferdevirus - der endgültige Ausbruch

Nachdem meine letzte Reitbeteiligung ins weit entfernte Bayern gezogen war und ich mein zerbrochenes Herz zusammen kleben musste, beschloss ich, dass es so nicht weitergehen konnte. Gleichzeitig hatte ich gerade mein Studium beendet, und es war der absolut blödeste Moment ein Pferd zu kaufen. Deswegen wollte ich auf dem Pferdemarkt ja auch NUR GUCKEN. Hätte beinahe auch geklappt, denn die grossen, eleganten Warmblüter waren nicht ganz das, wonach ich suchte. Wäre ich nicht noch einmal kurz in die Reithalle zurück, wäre vielleicht auch alles gut gelaufen. Doch dort präsentierte gerade ein Züchter eines seiner Ponys. Genau die Kategorie Freizeitpferd die ich so im Kopf hatte. Doch leider schon angeritten und kein Stütchen. Noch hätte also alles gut gehen können. Doch dann gäbe es ja diesen Blog nicht. Meine Reitlehrerin / Miteinstallerin / Leidensgenossin sprach nämlich den Züchter an und kam mit einer Visitenkarte zu mir. 
Diese verschwand dann für einige Zeit in den Tiefen meiner Handtasche. Aus Langeweile warf ich dann doch mal einen Blick auf seine Website. Immer mal wieder, nur für ein paar Minuten. Und mir gefielen die nicht zu grossen, hübschen Pferde - mit jedem Blick etwas mehr.
Dann ging es ganz schnell, ein zögerlicher Anruf, Mama, Reitlehrerin und Stallbesitzerin (die mittlerweile zu guten Vertrauten geworden waren) eingepackt und losgefahren. In den Schwarzwald, zum Züchter, nur mal schauen…


Erstens kommt es anders…

Jeder Pferdevirusinfizierte hat ein Bild von seinem Pferd im Kopf. Auch für mich Stand fest: Eine fuchsfarbene Stute ohne weisse Abzeichen, mit heller Mähne, nicht grösser als 150 cm und 2 bis 3 Jahre jung.
Da stand ich nun mit pochendem Herzen und sah zu, wie die Pferdeherde um die Ecke auf uns zugelaufen kam.  Und da kam sie, mein wahr gewordener Traum von einem Pferd!
Eine wunderschöne, kräftige Fuchs-Stute, genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich beobachtete sie eine Weile und stellte leider fest, dass die Süsse eine richtige Zicke war und ordentlich den Ton angab. Das wäre viel harte Arbeit. Ein Blick zu meiner Mutter zeigte mir, dass sie genau das Gleiche dachte. Doch Mama hat immer eine Lösung und so zeigte sie auf ein kleines unscheinbares Pferdchen, das schon eine ganze Weile hinter uns stand und uns beobachtete.




… zweitens als man denkt

Es war eine kleine, ganz feine braune Stute, mit grossen Rehaugen und einem weissen Maul. So gar nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Überhaupt nicht… nicht im Geringsten. Ich holte meine Kamera und machte ein paar Fotos von den Pferden, die für mich in Frage kamen. Damit wollte ich sichergehen, nichts zu überstürzen und zu Hause in aller Ruhe noch einmal nachdenken. Ich sagte dem Züchter, dass ich erst mal drüber schlafen müsse und mich in den nächsten Tagen melden würde.
Zuhause musste ich natürlich meinem – nicht so wirklich begeisterten Vater – und meinem Freund von all den tollen Pferden berichten. Ich schaltete meine Kamera an und fand ausschließlich Bilder von dem kleinen braunen Pferdchen. Auch in meinem Kopf war nur noch dieses braune kleine Ding. Sie hatte sich dort oben festgesetzt und wollte einfach nicht mehr weg, ich konnte tun und lassen was ich wollte. 

All I want is …

Ich musste meinen Eltern in den vergangen Jahren und speziell an diesem Tag ausserordentlich mit dem ständigen Thema Pferd auf die Nerven gegangen sein, denn von meinem Vater kam plötzlich: Wenn du das wirklich willst, dann musst du das jetzt machen.
Kurze Zeit später sass ich wieder einmal heulend am Tisch. Doch diesmal weinte ich vor Freude, denn ich hatte dem Züchter angerufen und zugesagt.


 Es folgte eine unendlich lange Woche, in der ich zu realisieren versuchte, was ich da getan hatte – was mir bis heute nicht recht gelungen ist. Doch dann war es endlich so weit. Der Hänger fuhr auf den Hof, die Rampe öffnete sich und ein kleines Etwas setzte den ersten Huf auf den Boden.




Da war sie, mein Pferd, meine Penny !



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