Montag, 23. Februar 2015

Dumme Gewohnheiten

Jeder Mensch hat seine Gewohnheiten. Dinge die wir tun, weil wir sie schon immer getan haben und bisher nie wirklich hinterfragten. Besonders im Reitsport tun wir viele Dinge, weil wir sie so beigebracht bekommen haben, ohne das wir die Gründe dafür kennen oder verstehen. Auch ich habe in meiner Reitschulzeit viel getan, weil man es mir so gesagt hat. Von klein an lernte ich, dass ich links vom Pferd zu laufen habe. Es war für mich selbstverständlich, dass ein Pferd mit Ausbindern geritten wird, Alternativen zum Gebiss gab es keine und an jeden Zaum gehörte ein Sperrriemen.
Mittlerweile habe ich meine Reitschulzeit weit hinter mir gelassen, gemeinsam mit den Ausbindern und Sperrriemen. Ich habe viel über die Haltung und den Umgang mit den Pferden gelernt und tue Dinge nicht einfach nur, weil es mir jemand sagt, sondern will sie auch verstehen – was unter anderem meiner Reitlehrerin viele Nerven und Erklärungen kostet :)
Unbemerkt haben die Gewohnheiten aus meiner Reitschulzeit aber tiefe Wurzeln geschlagen. Beispielsweise habe ich nie aufgehört ein Pferd rechts von mir zu führen. Um ehrlich zu sein, habe ich mir dazu bis vor kurzem auch keine Gedanken gemacht. Doch dann kam Penny…
Die Situation könnte belangloser kaum sein: Ohne nachzudenken nahm ich Penny in die linke, statt in die rechte Hand und wollte sie von der Weide führen. Ist ja schliesslich kein Problem.
Penny sah das anders. Immerhin wollte ich Trulla doch immer, dass sie auf der rechten Seite läuft. Schliesslich ist Pferd ein Gewohnheitstier. Oder viel mehr, dass Ergebnis meiner Gewohnheiten.  Und das gab sie mir sogleich deutlich zu verstehen.
Ihre Strategie war: Wenn ich nicht rechts laufen kann, dann laufe ich einfach gar nicht mehr. Und wenn du mir Druck machst, dann geh ich in die Luft. 
Und so kam es, dass ich ganz schön blöd aus der Wäsche schaute und recht überrascht war, wie schnell ich mir doch selbst ein Ei gelegt hatte und wie schnell Penny meine Gewohnheiten übernommen hatte. Jemand anderem konnte ich die Schuld leider auch nicht geben, da Penny komplett roh zu mir gekommen war. Meine Aufgabe für die nächsten Wochen war klar – mehr Abwechslung musste her!
Mit der Hilfe meiner Reitlehrerin, viel Geduld und ganz viel Spazieren gehen ist das Führen, auf egal welcher Seite nun– wortwörtlich – kinderleicht :) Dennoch hätte ich auf ein steigendes Pony gut und gerne verzichtet und ärgere mich im Nachhinein schwarz, dass ich auf so eine Kleinigkeit nicht geachtet habe.

Die Lektion von der Geschichte:
Nun, genau genommen sind es gleich zwei Lektionen. 
1. Es ist stets der richtige Zeitpunkt seine Gewohnheiten zu hinterfragen. Immerhin haben wir das Ding auf dem Hals nicht nur, weil der Helm darauf so schick aussieht ;)
2. Unser Pferd ist wie ein Spiegel, auch wenn uns das Spiegelbild nicht immer gefällt.







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