Mittwoch, 18. März 2015

An die Arbeit

Mit dem Alter kommen die Pflichten. So geht es auch Penny, denn mittlerweile ist sie alt genug, um auch mal etwas zu arbeiten. Schliesslich verfolgen wir ein ambitioniertes Ziel: ein Leben als Reitpferd. Naja, zumindest ich verfolge dieses Ziel. Bei Penny bin ich mir da nicht immer so sicher.
So oder so heisst es jetzt ran an den Speck, da gibt´s nichts mehr zu lachen – das Leben ist schliesslich kein Ponyhof! ;)

Um meinem Vorhaben Nachdruck zu verleihen hab ich mir einen Kappzaum besorgt. 
Die Vorteile liegen darin, dass ein (gut sitzender und richtig verschnallter) Kappzaum eine sehr genaue Einwirkung erlaubt. Gleichzeitig bringt er natürlich eine gewisse Schärfe mit sich, die auf keinen Fall unterschätzt werden darf. Deshalb möchte ich allen Kappzaum-Anfängern dazu raten, sich erstmal von erfahrenen Händen den korrekten Umgang zeigen zu lassen. 
Ich habe bereits etwas Vorarbeit geleistet und Penny das neue Folterinstrument immer mal wieder angezogen. Dabei habe ich den Zaum erst ganz locker verschnallt und sie ohne Zug neben mir geführt. Mit der Zeit habe ich den Zaum Loch für Loch enger gestellt. Anfangs fand Penny das olle Ding richtig blöd.  
Immerhin schränkt es sie doch sehr in ihrer Freiheit ein. Mit viel Geduld und dem ein oder anderen Leckerli hat sie dann aber schnell begriffen, dass ihr nichts Böses droht. 
Gleichzeitig übte ich mit ihr, auf mein Kommando „Down“ und leichtem Druck im Genick, den Kopf zu senken.
Als die Vorarbeit abgeschlossen war und Penny die Maulsperre tolerierte, konnte ich sie mit der Wirkungsweise des Kappzaums vertraut machen. 






Ich platzierte mich also neben Penny. 
Die eine Hand legte ich auf ihr Genick, mit der anderen Hand baute ich ganz leichten Zug am Kappzaum auf, in dem ich am Strick ganz leicht nach vorne und abwärts ziehe. Zusätzlich forderte ich Penny über das bereits gelernte Kommando „Down“ auf, den Kopf zu senken.  Anfänglich reagierte sie auf den ungewohnten Druck damit, den Kopf nach oben zu nehmen und sich so zu entziehen. Ich kommentierte dieses Verhalten nicht, liess den Druck aber auch nicht nach. Sobald Penny den Kopf senkte, gab auch ich nach und lobte sie überschwänglich. 
Reagierte Penny auf den Druck, indem sie ein paar Schritte auf mich zulief, schicke ich sie ruhig wieder zurück.

Bild 1: Mit einer Hand übe ich leichten Druck auf das Genick aus, die andere führt den Kopf vorwärts abwärts
Bild 2: Senkt Penny den Kopf, nehme ich den Druck sofort weg
Bild 3: Loben !!! :)


Achtung Fehlerquelle! 
Mir ist es anfangs passiert, dass ich mich versehentlich über Penny beugte, wenn sie den Kopf senkte. Das war ihr sehr unangenehm und der Grund dafür, dass sie den Kopf sogleich wieder anhob, sobald ich den Druck wegnahm. 

Die gleiche Übung wiederholte ich dann von der anderen Seite: Die eine Hand übt leichten Druck auf das Genick aus, die andere führt den Kopf am Kappzaum vorwärts abwärts und zusätzlich folgt das Kommando „Down“. 
Da Ponys alles andere als blöd sind, hatte Penny die Übung sehr schnell begriffen. 
In einem nächsten Schritt steigerte ich die Anforderungen. Nun genügte es mir nicht mehr, wenn sie den Kopf senkte, jetzt verlangte ich, dass sie ihn auch ein paar Sekunden unten lies. Wollte sie den Kopf sofort wieder heben, baute ich den Druck wieder auf und verlangte von ihr, in dieser Position zu bleiben. Gab sie nach und hielt den Kopf gesenkt, nahm ich den Druck weg. Das fand Penny  zunächst natürlich wieder total unverschämt von mir – doch der Klügere gibt nach ;)

Die gleiche Übung in einer etwas anderen Form sieht so aus:
Oben links: Ich stehe vor Penny und greife den Kappzaum rechts und links
Unten links: Vorsichtig baue ich Druck auf
Rechts: Senkt Penny den Kopf, gebe ich wieder nach


Ich positioniere mich vor Penny. Mit meinen Händen greife ich den Nasenriemen des Kappzaums, rechts und links. Nun baue ich mit meinen Daumen leichten Druck auf den Nasenrücken auf und ziehe Pennys Kopf ganz leicht vorwärts abwärts. Gibt Penny dem Druck nach und senkt den Kopf, nehme ich sofort jeden Druck weg und lobe sie überschwänglich. 

Das wars auch schon ;) – wir wollen es ja nicht übertreiben.

Mehr zum Thema Kappzaum und ein wahres Multitalent, den Equizaum, findet ihr hier.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen