Sonntag, 3. Mai 2015

Unterricht #1

Penny und ich rückten an, zu unser ersten Unterrichtsstunde. Unsere Ziele waren ambitiös – für heute wollten wir uns mit einer Piaffe rückwärts und anschliessender Galopppirouette im Trab versuchen. Doch es kam etwas anders. 
Lehrling – Pferd in Ausbildung :)
Frau Reitlehrerin musste zwei Naturtalenten wie uns wohl etwas verkannt haben, denn sie wollte die Stunde mit „Stopp-and-Go“ beginnen. Wir wollten ihr den Gefallen tun. Penny lief – und blieb stehen. Macht sie auf der Weide schliesslich den lieben langen Tag. Doch so ganz zufrieden war Frau Lehrerin nicht. Penny sollte nämlich stehen bleiben, wenn ich das wollte und noch dazu ohne Zerren am Strick. Als nächstes sollte ich dafür erst einmal die Sprachbefehle für mein Pony programmieren. Frau Reitlehrerin fand nämlich, dass „Mensch-Penny-jetzt-halt-doch-endlich-mal-an“ oder „Bleib-doch-mal-stehen-du-Langohr“ keine geeigneten Kommandos für´s Halten waren. Stattdessen nennen wir das jetzt ganz 0815 einfach „Whoooa“ (Englisch sollte der Quarter-Verschlag doch wohl verstehen). Mit Spracheingabe und Körpersprache funktionierte Stopp and Go schon wesentlich besser, und ohne Ruckeln am Strick.
Kinderkacke, weiter gehts. Seitengänge seitlich Gehen. Mangels Gleichgewicht sieht das Ganze noch etwas gewöhnungsbedürftig aus. Doch jeder erinnert sich an seine ersten Meter ohne Stützräder :) und, was das Wichtigste war, Penny verstand sofort, was sie zu tun hatte. War ja auch zu erwarten oder? 
Frau Lehrerin hatte noch andere Schikanen auf Lager – Volten. Oder auch Longieren für absolute Anfänger. Das Penny im Kreis laufen nicht allzu dolle findet, ist ja gemeinhin bekannt. Das Ganze jetzt auch noch am Strick um den Deppen in der Mitte zu machen, fand sie nicht wirklich besser. Und wie wir alle wissen, ist der, der in der Mitte steht, immer der Idiot. Penny denkt da nicht anders. Um zu demonstrieren, wie man sein Pony nun korrekt um sich zentrifugiert, übernahm Frau Lehrerin höchst selbst. Da der Klügere nachgibt, lies sich Penny das Spiel gefallen. Als dann die Frau in der Mitte aber unentwegt ihre Schulter mit der Peitsche anstuppste war das Fass voll. Penny blieb stehen, drehte den Kopf und biss der ollen Peitsche mal so gehörig in den Hintern. Das hat der dumme Stock nun davon. Genützt hat´s nicht viel, denn der Stock war unbeeindruckt und tippte weiter auf ihrer Schulter rum. Dann doch lieber nach aussen ausweichen.
Wenn man es nicht töten kann, dann geht man doch lieber aus dem Weg.
Zu guter Letzt bekamen wir noch gezeigt, was wir als Hausaufgabe üben können. Hausaufgaben… Haben die wirklich coolen Kids je ihre Hausaufgaben gemacht? Nein! Teller wäscht sich´s schliesslich auch ohne einen Doktor in Mathematik. 

Alles in allem war ich mit unserer Leistung ganz zufrieden. Natürlich pauken wir hier vor allem Basisübungen, doch Grundschüler beginnen ihre erste Stunde auch nicht gleich mit Navier-Stockes-Gleichungen. Für mich war es schön zu sehen, dass sich Penny nun schon über einen längeren Zeitraum auf das Geforderte konzentrieren kann, ohne dabei ihr Glück in der Flucht zu suchen. Wer weiss, vielleicht wird aus Penny sogar noch ein Reitpferd? ;) 

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